Therapieversagen
Die weltweiten Finanzmärkte funktionieren nicht! Sie müssen also reguliert werden, mehr Transparenz muss per Gesetz hergestellt werden, kurzfristig muss Liquidität zur Verfügung gestellt werden, von der Pleite bedrohte Banken müssen gerettet werden – besonders wenn es sich um öffentliche Unternehmen handelt. Man konnte vorausahnen, was im Anschluss an die Abwärtsbewegungen der letzten Wochen an den Weltbörsen folgt. Doch warum sind eigentlich Abwärtsbewegungen ein Zeichen für „Marktversagen“ (was immer das sein mag)? Warum nicht der Aufwärtstrend davor, der immerhin einige Jahre anhielt?
Die Intransparenz verschiedener Finanzderivate sei die Ursache für die Turbulenzen, so wird behauptet. Die Anleger können die Risikostruktur gar nicht mehr durchschauen, sie wussten gar nicht, welche Risiken einige Banken in ihren Büchern hatten. Außerdem hätten die Ratingagenturen versagt (und müssen auch irgendwie reguliert werden, wie Minister Steinbrück meint). Vielleicht haben die Ratingagenturen tatsächlich versagt, vielleicht haben viele Banken und Fonds zu riskant investiert. Wenn es also jetzt großes Misstrauen gegenüber Bankaktien gibt, so ist das nur gesund. Es spricht gerade dafür, dass die Märkte funktionieren. Wenn in den USA Banken und Fonds vom Markt verschwinden, die sich gründlich verkalkuliert haben, so ist das ebenfalls ein ganz normaler Prozess.








