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Weiss-Blaue Unabhängigkeit?

26.06.2008 01:35 - dagny's tags by dagny t. - 7 Kommentare

Tauschen wir für einen Moment das Weissbier, die Lederhosn unds Fingerhakln gegen Whisky, Kilt und Highland Games und wenden uns der Politik meines aktuellen Gastlandes zu. Passenderweise auch hier Weiss und Blau die Farben der Winkelemente.

Parallel zum Niedergang Labours in London Wer geht zuerst? Brown oder Mugabe? regiert seit etwas über einem Jahr die SNP, die Scottish Nationalist Party das best small country in the world.

Der First Minister dieser Regierung, Alex Salmond, hat sich letzte Woche über den Stone of Destiny, den Krönungsstein der schottischen Könige geäussert und Zweifel an dessen Echtheit angedeutet.

Der Krönungsstein befindet sich derzeit wieder in Edinburgh, nachdem er 1296 als Kriegsbeute nach London verbracht wurde und sich dort Jahrhunderte lang in de Westminster Abbey unter einem Stuhl befand. 1996 brachte Tony Blair den Stein persönlich über die Grenze zurück. Zur Krönung weiterer Monarchen des vereinigen Königreiches wird der Stein wieder unter den Krönungsstuhl gelegt, der neue Monarch somit nicht nur englischer, sondern zugleich auch schottischer König.

Go for it, Boris!

01.05.2008 18:29 - Liberté d'abord! by Oliver Luksic - 8 Kommentare

Boris Johnson hat Marihuana geraucht, Kokain geschnupft und erklärt, dass er es sich gut vorstellen könnte, mit der Frau des britischen Ex-Premiers Tony Blair Sex zu haben. Portsmouth ist für ihn eine Hafen-Stadt mit “zu vielen Fettsüchtigen und Labour-Abgeordneten”. Während alle Welt sich über die grassierende Fettleibigkeit und die Sucht für Fastfoood ereiferte, meinte Johnson – “und sie schmecken doch gut”. Im vergangenen Jahr schrieb er, die Tories hätten sich einer Orgie von Häuptlingsmord und Kannibalismus hingegeben, wie sie “in Papua-Neuguinea üblich” sei; nun mache sich die Labourparty daran. Das führte zu einem scharfen diplomatischen Protest, woraufhin Boris Johnson erwiderte, er werde Papa-Neuguinea auf die globale Liste der Orte für seine Entschuldigungstour setzen. Humor hat Boris!

Besser als der “rote Ken” ist er auf jeden Fall: Einen jüdischen Reporter des Londoner Evening Standards, der ihm Fragen stellen wollte, bezeichnete er als “KZ-Wächter”, was ihm eine 14-tägige Suspendierung vom Amt einheimste. Er preist einen autoritären Linksdiktator wie Hugo Chávez und modelte eine ursprünglich als Verkehrsberuhigung geplante Gebühr für Londons Innenstadt in ein Instrument des Klassenneides um. Den Blick fest auf muslimische Gemeindeführer Londons gerichtet, lädt er immer wieder einen extremistischen Imam aus dem Nahen Osten ein und bezeichnet ihn als “moderat”, obgleich der heilige Mann in seinen Predigten für Selbstmordbomber, die Unterdrückung der Frau und die Todesstrafe für Schwule eintritt. Hinzu kommt Vetternwirtschaft und Korruption. Deswegen: Go for it, Boris!

Grössere Brüste und einen BMW M3

18.04.2008 17:42 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 4 Kommentare

Versprach der Tory Boris Johnson einmal seinen Wählern, offensichtlich mit der (unter Konservativen durchaus nicht immer anzutreffenden) Fähigkeit zur Selbstironie ausgestattet. Einer also, endlich, von dem die geplagten Londoner erhoffen dürfen, dass er seine Wahlversprechen nicht einzuhalten versuchen wird. Inzwischen bewerten die Buchmacher den alten weissen Mann Ken Livingston nur noch als ihren knappen 4/5 Favoriten vor Johnson in seiner Bewerbung um den Mayor of London.

Der konservative, reformorientierte Querkopf gegen den verbrauchten linken Ideologen und Bewunderer von Hugo Chávez. Das dürfte noch unterhaltsam werden in den letzten beiden Wahlkampfwochen .

“A foreseeable and avoidable risk”

14.04.2008 18:21 - London Calling by Oliver M.H. - 3 Kommentare

So weit ist es nun schon gekommen: Britische Versicherungen zahlen nicht mehr, wenn bei Flügen über Heathrows Terminal 5 etwas schief geht. Der Telegraph berichtet:

According to the Association of British Insurers many companies now regard travelling with British Airways through Terminal 5 as a foreseeable and avoidable risk - given that almost all destinations can be reached from Heathrow using other airlines.

“The general view is if you are taking out a policy now, you may well find that your travel insurance won’t cover you for lost baggage through the terminal,” a spokesman said. “That it is because you will already be aware of the problems of the problems at T5 and hardly expect to be covered.

Selbst für unsere Urlaubsreise letztes Jahr, die uns über Maskat und Kathmandu nach Lhasa führte, konnten wir eine Reiseversicherung abschließen. Aber nun liegt das eigentliche Entwicklungsland schon kurz hinter Hounslow. Armes Großbritannien.

Zahnschmerzen

04.04.2008 11:48 - London Calling by Oliver M.H. - 15 Kommentare

Der NHS ist wirklich “the envy of the world”:

“A grandmother pulled out two of her own teeth after she was unable to find an NHS dentist. Elizabeth Green, 76, telephoned 12 dental surgeries complaining of severe toothache, but was told every time that they were not accepting new NHS patients. Finally, her two front teeth became so painful that she was forced to extract them herself. The number of people carrying out DIY dentistry is thought to be on the rise, due to the dwindling availability of NHS dental treatment.”

Na dann Prost!

05.02.2008 19:09 - London Calling by Oliver M.H. - 16 Kommentare

Nachdem wir ja nun heute schon mehrfach feststellen mussten, dass morgen die Fastenzeit beginnt, in der sich manche mit Kohlendioxidfasten und andere mit Blogabstinenz hervortun werden, belasse ich es dieses Jahr bei reinem Alkoholverzicht. Da trifft es sich gut, dass ich für heute Abend noch eine Einladung zum Dinner im Quirinale, einem nicht zu Unrecht hochgelobten Edelitaliener gegenüber vom Palace of Westminster, erhalten habe. Jedenfalls freue ich mich auf ein gutes Glas Rotwein, und wenn ich Glas sage, dann meine ich natürlich auch ein richtiges Rotweinglas. Schön voluminös sollte es sein, damit sich das Aroma gut entfalten kann.

Doch damit könnte es bald vorbei sein, und das nicht nur wegen der Fastenzeit. Es gibt da nämlich einen Unterhausabgeordneten, der sich sehr um die Volksgesundheit sorgt. Greg Mulholland heißt der Mann, und er befürchtet, dass große Weingläser zum unkontrollierten Alkoholkonsum verleiteten. Aber Mr Mulholland hat dafür bereits eine Lösung parat: Man verbiete es englischen Restaurants einfach, Wein in Gläsern mit einem Volumen von über 125 Millilitern auszuschenken. Dann wird weniger getrunken, glaubt er. Vielleicht auch einfach deshalb, weil der Wein aus diesen Minigläsern einfach nicht mehr so gut schmeckt. Aber wie auch immer: Problem gelöst. Das ist Prohibition the English way.

Wer also glaubt, nur in Deutschland gebe es Anhänger immer neuer Verbote, der hat sich getäuscht. Britische Parlamentarier sind in ihren Verbotsfantasien noch viel kreativer als manche ihrer Kollegen auf dem Kontinent. Wobei mir gerade auffällt, dass ich ganz vergessen hatte zu erwähnen, welcher Partei Mr Mulholland angehört. Natürlich handelt es sich bei ihm - wie könnte es anders sein? - um einen überzeugten Liberal-Demokraten. Ja, Humor haben die Briten immer noch, das muss man ihnen lassen.

Dann werde ich gleich mal beim Italiener auf England anstoßen. Es ist doch wirklich wunderbar, wie sich auf dieser Insel die Staatskirche um die Rettung des Planeten und die Liberaldemokraten um meine Gesundheit kümmern. Bitter nur, dass ich dieses verrückte Land in den nächsten Wochen vollkommen nüchtern betrachten muss.

Konservative Familienpolitik

30.01.2008 11:48 - London Calling by Oliver M.H. - 7 Kommentare

Konservativen Politikern war die Familienpolitik schon immer eine Herzensangelegenheit. Der britische Unterhausabgeordnete Derek Conway (54) hat jetzt allerdings mit einer Neuinterpretation des Begriffes “Familienpolitik” für einigen Wirbel in Westminster gesorgt, was seine politische Karriere wohl beendet haben dürfte.

Wie alle anderen Abgeordneten des Parlaments bezieht Conway eine Abgeordnetendiät von jährlich etwa £60.000. Das reichte ihm allerdings nicht aus, denn schließlich hatte er auch noch zwei erwachsene Kinder zu versorgen, die beide englische Universitäten besuchten. Und das ist teuer. Außerdem war da noch Mrs Conway, die er nicht beschäfttigungslos in seinem Wahlkreis Old Bexley and Sidcup zurücklassen wollte.

Drei Löwen auf dem Hemd

19.11.2007 22:07 - Statler & Waldorf by Statler - 5 Kommentare

Früher Jubel. Wird ja vom Schicksal gerne mal mit Heimniederlagen im entscheidenden Qualifikationsendspiel bestraft. Hoffe, es geht trotzdem gut am Mittwoch. Wie auch immer: Danke, Omer Golan, daß es am Mittwoch überhaupt noch um was geht…

Drachentöter “health and safety”

18.11.2007 10:53 - London Calling by Oliver M.H. - 6 Kommentare

Der kleine Drache Grisu war seiner Zeit weit voraus. Wir erinnern uns: Grisu wollte Feuerwehrmann werden, auch wenn er zwischendurch immer mal wieder seine Umgebung durch unbedachtes Feuerspeien in Brand steckte. Aber er bemühte sich zumindest, ein ungefährlicher, harmloser Drache zu werden.

Solch vorbildliche Drachen braucht England, dachten sich nun die Verleger von Kinderbüchern. Nachdem in Entwürfen für das neue Bilderbuch Buch “Who Wants A Dragon?” feuerspeiende Exemplare gesichtet wurden, bat man die Autorin und Illustratorin, diese Szenen abzuändern. Offenes Feuer ist eben viel zu gefährlich, “health and safety” lautet die Parole.

Wie man 100 Milliarden Pfund versickern lassen kann

08.11.2007 08:41 - London Calling by Oliver M.H. - 16 Kommentare

Warum gibt es Stadterneuerungspolitik? Verkürzt gesagt geht es darum, Städten mit strukturellen Problemen zu helfen, damit sie wirtschaftlich zu den erfolgreicheren Städten aufschließen können. Um das zu erreichen, haben sich Politiker und Behörden Dutzende, wenn nicht gar Hunderte von Maßnahmen ausgedacht, mit denen sie das Leben in den benachteiligten Städten verbessern wollen. Da werden dann Kulturzentren gebaut, Arbeitslose in Trainingsmaßnahmen geschickt oder Flächen dekontaminiert. Aber wenn es dann an die Messung des Erfolgs dieser Politik geht, war man bislang wenig kreativ. Wenn das Kulturzentrum gebaut, die Arbeitlosen geschult und die Flächen am Ende dekontaminiert waren, dann nahm man an, dass die Stadterneuerungspolitik funktioniert hat.

Meine Kollegen und ich bei Policy Exchange denken, dass dies die falsche Art von Evaluierung ist. Denn all diese Maßnahmen werden ja nicht als Selbstzweck durchgeführt, sondern mit dem Ziel, die wirtschaftliche Entwicklung der Städte zu fördern. Doch trotz einer Stadterneuerungspolitik, die in den letzten 10 Jahren über 30 Milliarden Pfund ausgegeben hat, haben die Empfängerstädte ihre relative Position in Großbritannien nicht verbessern können. Im Gegenteil: Die Lücke zwischen den erfolgreichen und den nicht erfolgreichen Städten ist in diesem Zeitraum sogar größer geworden.

Braungrüne Koalition

31.10.2007 17:04 - London Calling by Oliver M.H. - 6 Kommentare

Wenn sich Fremdenfeindlichkeit und Ökologismus verbinden, kommt folgende braungrüne Soße dabei heraus:

Millions of people have arrived on Britain’s shores over the last 10 years and millions more are on their way. They will want houses to live in; cars, and roads to drive them on. They will be need electricity, and with fewer nuclear power stations this will be generated mainly by greenhouse gas emitting technology.

Those going to the south east of England (the majority) will want access to dwindling supplies of water which will eventually have to be supplied by building giant dams and reservoirs elsewhere in the country.

The environmentalists will be on hand to campaign against individual projects. There will be sit-ins petitions and demonstrations to protest about a bypass here, a power station there, and housing estates the size of large towns being built on a Greenfield sites. But it is time the green lobby looked at the bigger picture and realised that many of the schemes, which they so vehemently decry, would not be necessary if the population were to remain stable.

Who knows, perhaps sometime soon we will be able to look forward to a joint press conference starring Friends of the Earth, Greenpeace, professional anti-motorway protestor Swampy, and Sir Andrew Green of Migrationwatch to call for a halt to mass immigration in order to protect our environment from unsustainable overcrowding.

Gefunden in einem Blogeintrag des konservativen britischen Unterhausabgeordneten David Davies MP. Merke: Das Boot ist voll, und Wasser, auf dem es schwimmen könnte, ist bald auch nicht mehr da.

Es ist übrigens nur ein Gerücht, dass sich die Konservativen bald in Neomalthusiasten umbennen wollen.

The Rt. Hon. John Redwood MP: “Ich blogge selbst”

30.10.2007 15:52 - London Calling by Oliver M.H. - 5 Kommentare

Nachdem wir am Wochenende in Gummersbach viel über bloggende Politiker diskutiert hatten, hatte ich heute Morgen das Vergnügen, mit einem solchen zu frühstücken. Allerdings nicht mit Dirk Niebel (aber der bloggt ja eigentlich auch nicht), sondern mit John Redwood. Ich erzählte Mr Redwood, der Minister für Wales unter Premierminister John Major war, von unserem Seminar und den Bedenken deutscher Politiker, was das Bloggen betrifft.

Redwood konnte das alles nicht so recht nachvollziehen. Er schreibe alles alleine, bemühe sich, täglich zu bloggen (”Sonst kommen die Leser ja nicht wieder.”). Er moderiert auch die Kommentare selbst (”Manchmal muss ich Beschimpfungen entfernen”), und mögliche Abweichungen von der Parteilinie scheinen ihn auch nicht zu stören (”In vielen Bereichen haben wir doch gar keine Parteilinie.”). Und überhaupt: Meinungsfreiheit sei doch etwas Schönes, und beim Klimawandel (”Ich bin da Agnostiker”) gebe es doch noch viele offene Fragen, über die man schreiben sollte.

John Redwoods letztes Buch hieß übrigens “I want to make a difference - but I don’t like politics.” Quite. Schade, dass es so Typen wie Redwood nicht auch in der FDP gibt.

More mirage than miracle

22.10.2007 15:04 - London Calling by Oliver M.H. - 4 Kommentare

Morgen werden wir bei Policy Exchange eine kurze Einschätzung der britischen Wirtschaftsentwicklung der letzten 15 Jahre vorstellen. Warum gerade dieser Zeitraum? Weil seit der ERM-Krise von 1992 die britische Wirtschaft in jedem einzelnen Quartal gewachsen ist. Wie die Regierung nicht müde wird festzustellen: eine beispiellose Erfolgsgeschichte.

Aber war das britische Wirtschaftswachstum der letzten anderthalb Jahrzehnte wirklich so herausragend? Und, noch viel wichtiger, beruhte es auf einer guten Wirtschaftspolitik? Zweifel sind durchaus angebracht.

Hier schon einmal vorab - und exklusiv für die A’team-Leser - unsere Research Note über den britischen “Bogus Boom”:

More mirage than miracle

Assessing the UK’s economic performance
Oliver Marc Hartwich, Briar Lipson and Holger Schmieding

How often have we heard this story? For the past 15 years, Britain has enjoyed unprecedented economic growth. More than 60 consecutive quarters of growth coincided with low interest rates, low inflation and high employment. While other economies around the world faltered at one point or another during this period, Britain kept steaming ahead, achieving strong and sustained growth.

The British economy has expanded in every single quarter since the 1992 recession - the period we are examining in this research note. That is indeed a remarkable performance. However, the picture is less impressive when we look behind the headline figures. UK growth was built partly on unsustainable foundations. Even worse, a rising tide of regulations and higher taxes threatens to erode some of the pillars of UK growth.

Cameron sticht Brown (nur im Spiel)

26.09.2007 08:38 - London Calling by Oliver M.H. - Kommentieren

Fundstück vom Labour-Parteitag in Bournemouth: Der Fernsehsender SkyNews verteilte Quartett-Spiele mit Politikerfotos. Ginge es danach, hätten die Tories die nächste Wahl schon für sich entschieden. Ihr Spitzenkandidat David Cameron schlägt Premierminister Gordon Brown in den Kategorien “Looks” und “Parliamentary Skills”, während Brown und Cameron beim Charisma gleichauf liegen:

Trumps

Schöne Idee, so ein Kartenspiel, auch wenn es mit der politischen Realität nicht viel zu tun hat. Und leider wird man es nach der nächsten Wahl ins Altpapier geben müssen. Dann werden bei der Opposition nämlich die Karten neu gemischt.

Labours Spuren im Sand

08:31 - London Calling by Oliver M.H. - 1 Kommentar

Labours Spuren im Sand

Zur Zeit findet der Labour-Parteitag im südenglischen Bournemouth statt. Die Partei kann vor Kraft kaum noch laufen. In den Umfragen liegt sie bei an die 40 Prozent, Gordon Brown ist populärer als Tony Blair es in seinen letzten Jahren als Premierminister je war … wenn da nicht ein kleines Problem wäre. Und zwar hatte Labour eigentlich vor der letzten Unterhauswahl eine Volksabstimmung über die EU-Verfassung versprochen.

Nun, da die Verfassung in Vertrag umbenannt worden ist, fühlt man sich an dieses Versprechen nicht mehr gebunden. Also muss die Partei daran erinnert werden, dachten sich einige EU-Skeptiker und schrieben ihre Forderung in den Sand am Strand unterhalb des Kongresszentrums, für Delegierte und Parteitagsbesucher im Hochsicherheitstrakt des Bournemouth International Congress Centre nicht zu übersehen.

Es war die bislang originellste Demonstration, die die britische Parteitagssaison dieses Jahr gesehen hat, und alles, was dafür gebraucht wurde, waren ein Besen und der nasse Sand am Strand von Bournemouth.

Northern Wreck

21.09.2007 18:26 - London Calling by Oliver M.H. - 8 Kommentare

Nach dem Beinahe-Zusammenbruch der britischen Northern Rock-Hypothekenbank wird diskutiert, ob es richtig war, dass der Staat eingesprungen ist und die Einlagen der Sparer garantiert hat. Aus liberaler oder ordnungspolitischer Sicht spricht eigentlich nichts dafür.

Ich bin mir dennoch nicht sicher, ob es vernünftig gewesen wäre, den “bank run” weiterlaufen zu lassen, und habe dies im Policy Exchange-Newsletter so kommentiert:

Northern Wreck

After what appears to be the worst British banking crisis of the past 150 years commentators are still divided when it comes to drawing lessons from the near-collapse of Northern Rock, and the bailout first by the Bank of England and then by Treasury. In the now unavoidable cliché, the Bank and the Government found themselves between a rock and a hard place when confronted with the possible options.

“Mea culpa” oder: Mich kümmert mein Geschwätz von gestern

17.09.2007 08:51 - London Calling by Oliver M.H. - 8 Kommentare

Schreiben ist gefährlich. Wenn man Dinge nur mündlich mitteilt und nicht gerade eine Kamera oder ein Mikrofon in der Nähe stehen, dann kann man es sich leisten, auch einmal gründlich mit seinen Einschätzungen daneben zu liegen und dann auf die Vergesslichkeit seiner Gesprächspartner zu hoffen. “Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?”, soll Adenauer einmal lakonisch gesagt haben.

Papier hingegen, und das Internet erst recht nicht, hat ein beängstigendes Gedächntnis. Schwarz auf Weiß ist dort nachzulesen, was man vor scheinbar ewigen Zeiten einmal gedacht und für richtig gehalten hat. Herausreden ist zwecklos. Ob man mit seinen Statements Recht hatte oder nicht, ist problemlos für jedermann herauszufinden.

When Dave met Angela …

14.09.2007 17:51 - London Calling by Oliver M.H. - 1 Kommentar

“Ich lese überall, dass die CDU sich seit Leipzig weiterentwickelt hat”, sagte Jürgen Rüttgers anlässlich der Vorstellung seines Buches und spielte dabei auf den “neoliberalen” Parteitag 2003 an. Er könne das bestätigen, fügte er hinzu, wie SPIEGEL online zu berichten weiß.

Dem kann man nur zustimmen, denn damals sprach Angela Merkel noch viel von Freiheit und Eigenverantwortung, heute hingegen mehr von Klimawandel und Sozialpolitik. Und da passt es auch gut, dass sie sich heute erstmals mit dem britischen Oppositionsführer David Cameron getroffen hat. Der redet auch lieber über den Happy Planet-Index als über Steuersenkungen.

Von dem Treffen der beiden Politiker kann man in der Financial Times lesen:

Aides to Mr Cameron said the talks in Berlin, held after a think tank event, were “very positive”. … Climate change, foreign policy and the economy would be the focus of the meeting.

Angela Merkel sollte vorsichtig sein, denn David Cameron hatte dieses Jahr schon einmal einen deutschen Spitzenpolitiker getroffen. Im Januar nahm er an jener CSU-Klausurtagung teil, an deren Ende Edmund Stoiber seinen Rückzug bekanntgeben musste. Ein echter Glücksbringer scheint Dave somit nicht zu sein.

Thatcher zurück in No. 10

13.09.2007 16:50 - London Calling by Oliver M.H. - 8 Kommentare

Thatcher

Gordon Brown ist einfach zu clever für die britischen Konservativen: Genau an dem Tag, an dem ein Bericht zur Steigerung der Lebensqualität traditionelle Tories zur Weißglut bringt, empfängt der  Labour-Premierminister Margaret Thatcher in No. 10. Da haben wir es also: Tory-Chef David Cameron ist “the heir of Blair” und Gordon Brown “the grandson of Thatcher”.

Ein Glück, dass ich hier nicht wählen darf, sonst würde ich vielleicht sogar Labour meine Stimme geben - was für ein Gedanke!

Die Rückkehr der Masern

31.08.2007 14:15 - London Calling by Oliver M.H. - 3 Kommentare

England erlebt gerade die Rückkehr der Masern. In diesem Sommer wurden dreimal so viel Fälle der Krankheit registriert wie im Vorjahr, berichtet die Times. Ein Grund dafür: In den vergangenen Jahren ließen weniger Eltern ihre Kinder impfen - aus Angst vor möglichen, jedoch nie belegten Nebenwirkungen:

It was difficult to explain the large increase this year, the HPA said, but parents not vaccinating their children and a lower uptake of a second MMR “booster” dose are thought to be key factors. The triple vaccine has proved highly controversial in recent years over unfounded concerns that it may be linked to autism. The study that first sparked fears about its safety is currently being scrutinised in a hearing by the General Medical Council, the medical watchdog. Andrew Wakefield and two co-authors of his research are currently appearing before the GMC on charges of serious professional misconduct.

MMR coverage began to drop in the late 1990s, though uptake is rising slowly again. The latest figures show that 88 per cent of British children begin school having had one dose of MMR.