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Ausgewählte Tag-Kategorie: Geschichte

F.J.S. erklärt die Staatsverschuldung

30.01.2008 21:35 - Audiovideo, Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 9 Kommentare


Jo mei, des worn noch Zeitn… 1980, als Franz Josef Strauss mich einmal “unverschämter kommunistischer Saubub” nannte, Helmut Schmidt noch besser aussah (und wohl nicht im Traum daran dachte, einmal wegen öffentlichen Rauchens angezeigt zu werden)… und Politiker noch rechnen konnten…
(via roxomatic links)

P.S., Anmerkung für unsere bayrischen Leser: Falls Eana jemals a Schwarzer weismachen will, dass die gegen Steuererhöhungen sind - vergessts!

A Farewell to Alms

23.10.2007 00:57 - Statler & Waldorf by Statler - 2 Kommentare

Das wirtschaftshistorische Buch  “A Farewell to Alms” von Gregory Clark hat für einige Kontroversen gesorgt. Es stellt sich die Frage, wieso es ausgerechnet in England zur industriellen Revolution kam, und wieso ausgerechnet England eine lange Phase nachhaltigen Wachstums erlebte, ohne große wirtschaftspolitische Fehler beispielsweise in Form exzessiver Umverteilungspolitik zu machen. Die Antwort Clarks ist ein demographisches Argument: England unterscheidet sich demnach von anderen Ländern dadurch, daß sich die relativ wohlhabenden Schichten in der Zeit vor der industriellen Revolution schneller vermehrt haben, als die armen Schichten. Da die relativ wohlhabenden Schichten aber zugleich Träger wachstumsfördernder informeller Institutionen waren — Kaufmannsgeist, protestantisches Arbeitsethos und ähnliches — gab es, so Clark, vor allem in England den nötigen Humus, auf dem die industrielle Revolution gedeihen konnte.

Wie gesagt, das Buch rief schnell eine kontroverse Auseinandersetzung hervor, und hier findet man einen Podcast, in dem Clark sich der Diskussion mit Tyler Cowen und Brad DeLong stellt. (Derzeit relativ lange Ladezeit, der Server ist wohl etwas überlastet)

Das ewige, düstere Orakeln

04.09.2007 20:07 - Statler & Waldorf by Statler - 6 Kommentare

Jetzt haben wir also das Jahr 2007, und das geht auch schon wieder in sein letztes Drittel. 2007, und wenn ich aus meinem Fenster gucke, dann sehe ich immer noch grüne Idylle unter blauem Himmel. Wenn ich Mittags die Arbeit im großartigsten Job der Welt kurz unterbreche, um Essen zu gehen, dann sehe ich in der Stadt lauter wohlgenährte, halbwegs zufrieden aussehende Menschen, fast alle scheinen zumindest nicht totunglücklich zu sein, sondern ein Leben zu genießen, von dem man vor zwei, drei Generationen nur träumen konnte.

Seltsam eigentlich, denn es ist ja schon 2007. Sollte die Welt nicht inzwischen so aussehen, wie die Kulisse von Bladerunner? Hatte nicht der Club of Rome in seiner größenwahnsinnig-malthusianischen Weltuntergangsprognose schon für das Jahr 2000 die endgültige ökologische Riesenkatastophe angekündigt? Sollten wir nicht inzwischen alle nur noch soylent green zu essen haben? Na gut, okay, dieser Film spielt erst im Jahr 2022, da kann sich die weltweite Monopolisierung der Lebensmittelproduktion also doch noch 15 Jahre Zeit lassen.

Trotzdem, ich verstehe es nicht. Sowas hier. Den Fortschrittspessimismus, die Düsternis dahinter, die apokalyptischen Erwartungen — wieso denn das alles, verdammt nochmal? Wenn ich mal kurz die Welt von heute mit der von, na sagen wir mal 1967, vergleiche, dann kann ich doch gar nicht anders als festzustellen, daß seitdem alles besser wurde. Es geht uns materiell besser. Wieviele Optionen mehr haben wir heute, als jemand, der 1967 in unserem Alter war? Zehnmal soviele? Hundertmal? Wenn man sieht, welche Möglichkeiten der Kapitalismus, diese alte Fortschrittsmaschine, uns in den letzten 40 Jahren neu eröffnet hat, wie er nicht zuletzt auch den gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr individueller Freiheit angetrieben hat — wie kann man da für die nächsten 40 oder auch 400 Jahre einen derartigen Pessimismus entwickeln?

Damit das mal klar ist

19.08.2007 19:42 - Statler & Waldorf by Statler - 1 Kommentar

Wer zum Sigur-Ros-Boykott aufruft, kriegt ganz, ganz ernsten Ärger mit mir.