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Ausgewählte Tag-Kategorie: Globalisierung

Der globale Raubtierkapitalismus

27.08.2008 19:32 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 113 Kommentare

in Aktion:

Die Zahl der unter der Armutsgrenze lebenden Menschen ging danach zwischen 1981 und 2005 um 500 Millionen auf 1,4 Milliarden zurück. Während 1981 noch 52 Prozent der Menschen in den Entwicklungsländern in Armut lebten, seien es 2005 noch 26 Prozent gewesen.

Das nenne ich mal “Verelendung des Proletariats”!

Disclaimer an die mitlesenden GuG’s: Ja gewiss, mit dem endgültigen Sieg der sozialistischen Weltrevolution würden sicher auch die nach wie vor verbleibenden eineinhalb Milliarden Armen schon längst verschwunden sein. Oder zumindest die Armutsstatistiken.

Bush-Bashing als Droge

01.07.2008 13:26 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 120 Kommentare

Das Klischee vom dummen, fanatischen Bush ist den Deutschen lieb und teuer geworden, weil es ex negativo eine trügerische Identität stiftete. Jeder mittelmäßige Kabarettist kann sich johlenden Beifalls sicher sein, wenn er darüber eine Zote reißt, und fühlt sich für einen Moment als Teil der weit überlegenen Kultur eines durch und durch aufgeklärten „alten Europas“. Vergessen sind dann für den Augenblick der Pisa-Schock, der Zustand der eigenen Eliten und die mangelnde Fähigkeit großer Teile der deutschen Gesellschaft, Zwänge und Chancen der Globalisierung zu begreifen.

Das Bush-Bashing wirkte wie eine Droge, die es erleichterte, sich in eigenem Realitätsverlust und Provinzialismus einzurichten. Mit dem neuen US-Präsidenten, wer es auch sein mag, werden es die Deutschen damit so leicht nicht haben. Sie werden ihr liebstes Feindbild deshalb noch arg vermissen.

Schönes Zitat* aus einem lesenswerten Text von Richard Herzinger in der WELT: Mit Bush verlieren die Deutschen ihr Feindbild. In der Tat, das wird bestimmt spannend mitanzusehen, wenn linke und liberale Obama-Cheergirls ab November sukzessive bemerken werden, dass Barack “auch bloss ein Ami” ist :-)

(*erst jetzt entdeckt via the story so far…, dem immer wieder interessanten Reisetagebuch eines Bambergers in Vietnam)

Unmenschliches System

14.04.2008 20:09 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 61 Kommentare

Über 50 Milliarden Euro, das heisst die Hälfte des ganzen EU-Budgets, geht in die Subventionen, die die Umwelt schädigen und die 3.Welt schädigen, übrigens auch die Verbraucher sehr viel kosten. Und das muss jetzt mal ein Ende haben. Wichtig wäre es hier einmal eine öffentliche Debatte zu beginnen. Unsere Landwirtschaft ist ein unmenschliches System

Ein Statement des ehemaligen Greenpeace-Generalsekretärs Thilo Bode von foodwatch.de heute auf nano. Wäre das nicht eine Strategie, Hunger evt. nachhaltiger zu beseitigen als per wohltätiger Lebensmittellieferungen?

Johan Norberg weist ja in seinem Plädoyer für den Kapitalismus ebenso auf die fatale Wirkung von Protektionismus und Subventionen hin:

Das UNDP hat berechnet, daß die Entwicklungsländer um mehr als 700 Milliarden Dollar pro Jahr zusätzlich exportieren können, wenn sie nicht mittels Zöllen und Quoten ausgeschlossen wären. Das ist 14 mal so viel als sie an Entwicklungshilfe erhalten.

Das ist vollkommen heuchlerisch. Einst wurden wir aufgrund von Märkten und Handel reich. Jetzt, da wir reich sind, unterschlagen wir den heutigen Armen die selben Freiheiten.

Sauber!

02.01.2008 16:49 - Statler & Waldorf by Statler - 1 Kommentar
Over the past thirty years, while the real value of US manufacturing output has increased by more than 70 percent, the total annual air pollution emitted by US manufacturers declined substantially, by 58 percent for the sum of four common air pollutants.

Und das Beste: Dieses Resultat hat wenig  damit zu tun, daß schmutzige Produktionsstätten in andere Länder verlegt worden wären.

The analyses here suggest that most the pollution reductions have come from improved technology, that the environmental concerns of antiglobalization protesters have been overblown, and that the pollution reduction achieved by US manufacturing will replicable by other countries in the future.

Mehr bei VOX.

Her mit den Heuschrecken

07.11.2007 09:48 - Liberté d'abord! by Oliver Luksic - 4 Kommentare

Die große Koalition schmiedet ein Gesetz gegen Investoren aus China, Russland oder Saudi-Arabien, die bald mit gewaltigen Investitionsfonds neue Anlageformen suchen- auch in Deutschland. Wieso wollen wir dies eigentlich verhindern?
Her mit den Heuschrecken!“, meint Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburger Weltwirtschaftsinstitutes. Mit guten Argumenten.

Vorwärts Genossen, zurück zu den Traditionsreflexen

25.10.2007 15:08 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 11 Kommentare

Fast hilflos musste die Linke in der SPD erkennen, dass sich in unserer einen Welt plötzlich neue Volkswirtschaften aus der Knechtschaft des Entwicklungs- oder Schwellenlandstatus befreiten - und ernste Konkurrenten für deutsche Industriearbeiter mit IG-Metall- und SPD-Mitgliedschaft wurden, weil sie sich nicht um deutsche Lohnniveaus, deutsche Arbeits- und Urlaubszeiten und andere hart erkämpfte Standards kümmerten. So hatte die Linke die Teilhabe der bisherigen Habenichtse an der Internationale der reichen Industriestaaten nicht gemeint. Teilhabe ja, aber natürlich zu unseren Bedingungen.

Über den Zusammenhang zwischen sozialdemokratischen Illusionen und nationaler Besitzstandswahrung, sowie Becks Rolle rückwärts - mein Lieblingsgrüner Oswald Metzger im SPON at his Best.

Stagnierende Reallöhne für die Mittelschichten in den USA?

24.10.2007 23:35 - Statler & Waldorf by Statler - 7 Kommentare
For the last thirty years, twenty-eight percent growth in median wages is the best available estimate.  Don’t let anyone tell you it is zero or negative.

Wohl doch eher nicht.

Arbeit zuerst für Deutsche!

13.09.2007 21:05 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 22 Kommentare

“Blue Card”? Europäische Einwanderungspolitik? Befremdlich!

Die Vorschläge des EU-Kommissars Frattini für ein weniger restriktives europäisches Zuwanderungsrecht machen Wiefelspütz so richtig patzig: Solange es mehrere Millionen Arbeitslose in Deutschland gebe, habe der deutsche Arbeitsmarkt für die SPD Vorrang sagt er. “Der Zugang zum Arbeitsmarkt muss Sache der nationalen Regierungen bleiben” sekundiert Grindel von der CDU. Arbeit zuerst für Deutsche! Nein, das war jetzt NPD-Voigt. Ebenso wie dieser sind die Herren auch der Auffassung, dass “zusätzliche Zuwanderung ausserdem weitere Fragen der Integration aufwerfen würde”. Wie wahr. Und? Ist der freiheitlich verfasste Westen nicht in der Lage, die Herausforderungen, die sich aus der Internationalisierung der Arbeitsmärkte ergeben zu bewältigen? Das wäre freilich schlecht für uns alle.

Ich will ja gar nicht behaupten, dass die Auswirkungen der weltweiten Migrationsbewegungen mit einfachen Rezepten kontrollierbar wären: eben nicht. Ein Zuwanderungsrecht, das vor allem Zuwanderer in die Sozialsysteme statt qualifizierte, motivierte Einwanderer anzieht, ist in der Tat problematisch. Die Parallelgesellschaften, aus denen die islamistischen Kämpfer von der Kultur- & Terrorfront rekrutieren, sind Realität. Aber die Ängste des Personals der Festung Europa vor der Globalisierung national-populistisch zu bedienen, löst keines dieser Probleme und ist in jedem Fall der am wenigsten freiheitliche Ansatz (dies jetzt auch an die Adresse derjenigen Konservativ-Libertären, deren konsequenter Antietatismus immer und überall, nur nicht bei der Grenzsicherung, zum Tragen kommt).

New York, New York

04.09.2007 22:10 - Statler & Waldorf by Statler - 1 Kommentar

Jawohl, ich gebe es zu: Ich beneide Hannes Stein. Sehr.

Pang nat ded!

15.08.2007 22:43 - Audiovideo, Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - Kommentieren

Mann, die JunX & MädelZ von Cluster Bomb Unit kenn ich ja noch von früher. Und dann trifft man die Provinzpunks im TV wieder, auf internationaler Mission… wie die Zeit vergeht ;-) Die TV-Doku Punk im Dschungel am 14.08. gab eine leicht melancholische, nicht nur für alternde Punks sehenswerte, Studie über eine eher ungewohnte Facette des schwäbisch-indonesischen Kulturaustausches ab: Pang nat ded!
Wer nicht wie ich das Glück hatte, sich die Doku über diese Last Heroes of Punk Music per VDR sichern zu können, findet sie hier als YouTube-Filmchen.

btw: Die ZDF-Reihe “Für immer Punk”, deren erster Teil der Film war, verspricht auch weiterhin interessant zu bleiben:

House of the Rising Punk am 20. August, 0.20 Uhr erzählt die Geschichte um die New Yorker Club-Institution CBGB’s, wo Patti Smith, Richard Hell und Alan Vega Mitte der Siebziger ihren “nihilistischen Rock’n'Roll” (so der SPON) zu einer der wichtigsten Kunstformen des späten 20. Jahrhunderts erhoben. Störung Ost zeichnet am 27. August, 23.50 Uhr nach, wie Punk sich in der DDR zur dissidenten Musikrichtung entwickelte (ich freu mich schon auf feeling b …). Und der Dokudrama-Klassiker Brennende Langeweile von 1978 zeigt am 3. September, 0.45 Uhr anhand einer Tour der englischen Band The Adverts, wie einst der Pogo in der öden deutschen Provinz Einzug hielt.