Ausgewählte Tag-Kategorie: Iran

Grüne Thesen zum Iran

05.01.2008 00:00 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 4 Kommentare

1. Die Islamische Republik Iran ist ein klerikal-faschistisches Regime und dieser faschistische Wesenszug muß Basis jeder politischen Haltung ihm gegenüber sein.
2. Diese globale Bedrohung kann nur durch die Bildung einer auch internationalen antiklerikalfaschistischen Front in die Knie gezwungen werden.
3. Das Haupthindernis beim Vorgehen gegen das Regime ist die Appeasementpolitik und der dahinter stehende Apparat.
4. Das jüdische Volk und der Staat Israel müssen gegen die faschistischen Drohungen des iranischen Regimes verteidigt werden.
5. Das Bericht der amerikanischen Geheimdienste über das iranische Atomwaffenprogramm haucht der Appeasementpolitik neues Leben ein und ist als Nebenprodukt inenpolitischer Auseinandersetzungen in den USA vom geheimdienstlichen Standpunkt wertlos.
6. Der Kampf der freiheitsliebenden Studenten, Frauen, Arbeiter und anderer sozialen Bewegungen im Iran muß unterstützt werden.

Thesen des Vorstandes der Grünen - des Iran (danke an Paul XIII. für die auszugsweise Übersetzung des Textes, der auf Wadinet komplett dokumentiert ist).

Angie Beer, aussenpolitische Koordinatorin der Europafraktion der Grünen, weiss es natürlich wieder einmal besser und fällt ihren Parteikollegen in den Rücken. Die grünen Iranis kommentierten Beers Elaborat etwas patzig als

lächerlicher und völlig widersprüchlicher Bericht über ihre Treffen mit Einzelpersonen und Behörden des Regimes als Vorsitzende der EU-Iran-Delegation

Merke: internationale Solidarität ist doch teilbar, wenn die lokalen Solidaritätsobjekte nicht in die grüne Agenda passen.

Uran anreichern

08.12.2007 14:16 - Statler & Waldorf by Statler - 14 Kommentare

Um es nochmal ganz klar zu sagen: Das amerikanische Geheimdienstgutachten spricht davon, daß Iran 2003 sein Nuklearwaffenprogramm eingestellt habe. Daß Iran weiterhin daran arbeitet, Uran anzureichern, bezweifelt dagegen niemand. Nun ist angereichertes Uran natürlich die wichtigste Voraussetzung, um die Bombe zu bauen. Der Rest ist simples Handwerk.

Auf den Punkt bringt das alles Dan Schueftan:

Der wichtigste, schwierigste und langwierigste Prozess beim Bau von Nuklearwaffen ist die Urananreicherung. Alles andere kann in relativ kurzer Zeit fertiggestellt werden. Selbst wenn es so wäre, dass alle anderen Vorbereitungen eingestellt worden sind, was ich nicht glaube, wäre es für das Endziel, den Besitz von Atomwaffen, zunächst einmal nicht weiter bedeutend. Warum? Wenn man den Plan hat, Nuklearwaffen herzustellen und dabei nicht von einem Militärschlag unterbrochen werden will, ist es logisch, mit den Dingen fortzufahren, die am schwierigsten sind und die am längsten dauern. Alles andere lässt sich verstecken oder auch verschieben. In dem Fall wäre der Plan, eines Tages Nuklearwaffen zu besitzen, nicht gefährdet. Gleichzeitig würde es auch keinen merklichen Negativeffekt auf den Zeitplan haben.

Mehr dazu bei der ZEIT ONLINE (danke an TPR für den Link).

Offene Fragen

07.12.2007 23:21 - Statler & Waldorf by Statler - 7 Kommentare

Wieso glauben neuerdings Leute bedingungslos einem CIA-Gutachten, die sonst der CIA nicht weiter trauen, als sie Dick Cheney werfen könnten?

Es mag sein, daß man mehrere tausend Zentrifugen zur Urananreicherung auch dann installiert, wenn man derzeit kein Nuklearwaffenprogramm hat. Aber installiert man sie auch, wenn man nicht vorhat, das temporär stillgelegte Nuklearwaffenprogramm demnächst wieder zu reaktivieren?

Hätte es 1948 eine Gelegenheit gegeben, nicht eingeweihte sowjetische Offiziere bei einer Unterhaltung zu belauschen, die nahegelegt hätte, daß die Sowjetunion mit der Entwicklung der Atombombe noch nicht besonders weit ist?

Angenommen, ich arbeite bei der CIA, bin opportunistisch veranlagt und möchte dort noch Karriere machen. Orientiere ich mich dann nicht schon längst an den politischen Präferenzen der erwarteten Post-Bush-Administration?

Wie groß ist das Restrisiko, wenn jemand eine uneindeutige Datenlage interpretiert und “mit großer Überzeugung” einer Interpretation den Vorzug gibt?

Kennen Journalisten z.B. von der ZEIT, die in dieser Woche als sichere Tatsache berichten, daß der Iran kein Nuklearwaffenprogramm habe, den Unterschied zwischen gesicherten Erkenntnissen und der Deutung vieldeutiger Informationen?

Noch ein kleiner Nachschlag

14.10.2007 16:06 - Statler & Waldorf by Statler - 1 Kommentar

I just would like to say a couple of words about Ahmadinedjad… how about: short and ugly?

– David Letterman

Mullahbombe

06.10.2007 14:58 - Statler & Waldorf by Statler - 24 Kommentare

Denjenigen, die immer noch glauben, man könne auch dem Iran sein Recht auf Atomwaffen gönnen, schreibt Matthias Küntzel einige treffende Worte ins Stammbuch (via).

TV-Tipp: Der Physiker der Mullahs

26.09.2007 16:52 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 5 Kommentare

Kurzfristiger TV-Tipp (habe das leider selbst gerade eben erst gefunden): Heute, Mittwoch 26.09.07, läuft um 20.15 Uhr auf Eins Extra die Doku “Der Physiker der Mullahs - Irans Atomprogramm und die deutschen Helfer”:

Egmont R. Koch erzählt in seinem Film die völlig unbekannte Geschichte jenes iranischen Atomphysikers, der Teherans streng geheimes Nuklearprojekt in den 80er Jahren startete - mit Hilfe deutscher Ingenieure und Firmen. Mitte der 80er entstand in Köln und Hanau ein Netzwerk, in dem auch der umstrittene pakistanische Atomwissenschaftler Abdul Qadeer Khan dem Iran bei der Entwicklung von Kernwaffen half. Khan besaß das Know-How, seine deutschen Helfer konnten die notwendige Technologie liefern.

Klingt interessant, nicht? Auch der Hinweis in der Programmankündigung, dass die US-Administration aufgrund der Aussagen des übergelaufenen Atomphysikers seit 1992 über die Atomwaffenpläne des iranischen Regimes Bescheid gewusst habe, ist nicht “ohne”.

Stop the bomb

25.09.2007 00:03 - Statler & Waldorf by Statler - 52 Kommentare

Hat jemand von Ihnen, liebe Leser, den Auftritt Ahmadinedschads an der Columbia University gesehen? Und gibt es nun tatsächlich noch Zweifel daran, daß dieser Mensch völlig übergeschnappt ist? Daß die Bombe in den Händen dieses Irren, oder der ihn stützenden Mullahs, ein sicheres Rezept für Völkermord wäre? Faule Kompromisse mit dem Iran kann sich die Welt nicht leisten (via) — das sollte jeder wissen, der heute CNN gesehen hat.