Ausgewählte Tag-Kategorie: Kapitalismus

Konsequenzen

30.10.2008 17:16 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 31 Kommentare

Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?

So zitierte, die Finanzkrise für ein wenig Stimmungsmache gegen den Kapitalismus nutzend, auf unserer heutigen Betriebsversammlung der Gewerkschaftsfritze IG Metall Vertreter im Aufsichtsrat aus Bert Brechts Dreigroschenoper.

Weil es Leute gibt, die die Konsequenzen aus derartigen Aussagen ernst nehmen, mussten Menschen wie Jürgen Ponto sterben.

Die Quanten-Physik der Krise

09.10.2008 18:04 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 41 Kommentare

Selbst organisierte Systeme funktionieren eigentlich ganz simpel: Jeder hält sich an einen überschaubar niedrigen Satz simpler Regeln, Keiner hat den vollständigen Überblick, aber unter den richtigen Bedingungen passiert etwas sinnvolles. Jedenfalls kann es von außen so aussehen – die Frage nach Sinn oder Unsinn zu stellen, ist an dieser Stelle einfach nicht sinnvoll sondern nur ein Artefakt unserer Interpretation. [...] So ähnlich kann man sich Kapitalismus vorstellen: Kein Akteur hat den vollständigen Überblick über das System, alle verfolgen die selben Regeln und am Schluss wird irgendwie zwischen Angebot und Nachfrage vermittelt. Bis jetzt jedenfalls.

[...] Wenn man einzelne Parameter ändert, ändert sich das Verhalten des gesamten Systems. Und niemand kann sagen, in welche Richtung. Vielleicht sollten wir nochmal drüber nachdenken, ob wir das wirklich wollen.

Der Physiker Wolfgang Stieler im Technology Review Blog: Krise? Welche Krise?.

Interessant auch der Verweis dort auf einen Beitrag von Bryant Urstadt zu den “Quants” genannten Handelsalgorithmen, die (mit)verantwortlich gemacht werden für die Disproportionen, die zur derzeitigen Krise geführt haben. Dazu würde mich einmal die Meinung der Finanzfachleute unter unseren Lesern interessieren.

Heuschreckenalarm im Mittelstand

15.09.2008 22:05 - dagny's tags by dagny t. - 29 Kommentare
[Sie] planen meist langfristig und sind nicht nur an kurzfristiger Rendite orientiert.
Eigentümer wie Angestellte verbindet ein besonderes Vertrauensverhältnis. Gutausgebildete Mitarbeiter mit großem Fachwissen, oft Ingenieure, werden langfristig an das Unternehmen gebunden. Durch intensive Kontakte zu ihren Kunden gelingt es den Firmen zudem, sowohl in der Entwicklung neuer Produkte als auch beim Service besonders innovativ zu sein.

Wo steht das? Bei SPON. Und worum geht es? Um erfolgreiche deutsche Unternehmen. Familienunternehmen, die mal eben Weltmarktführer sind.

Der Artikel nennt dann eine Auswahl, vom kleinen Ingeneurbüro mit 10 Mitarbeitern, auf Achterbahnen spezialisiert, bis zum Laserhersteller mit Milliardenumsatz und einer Frau an der Spitze.

Das weckt natürlich auch den Neid von Heuschrecken, aus dem Saarland, die so einen Familienkonzern gerne zerschlagen würden.

Oder steckt hinter der von Lafontaine in dem Bericht angesprochenen Enteignung nur der Frust, dass ein Familienbetrieb, ohne Aufsichtsrat und Mitbestimmung auf Augenhöhe, erfolgreicher wirtschaftet als der übernommene DAX-Konzern?

Der globale Raubtierkapitalismus

27.08.2008 19:32 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 113 Kommentare

in Aktion:

Die Zahl der unter der Armutsgrenze lebenden Menschen ging danach zwischen 1981 und 2005 um 500 Millionen auf 1,4 Milliarden zurück. Während 1981 noch 52 Prozent der Menschen in den Entwicklungsländern in Armut lebten, seien es 2005 noch 26 Prozent gewesen.

Das nenne ich mal “Verelendung des Proletariats”!

Disclaimer an die mitlesenden GuG’s: Ja gewiss, mit dem endgültigen Sieg der sozialistischen Weltrevolution würden sicher auch die nach wie vor verbleibenden eineinhalb Milliarden Armen schon längst verschwunden sein. Oder zumindest die Armutsstatistiken.

Adam Smith in Edinburgh

02.07.2008 11:04 - dagny's tags by dagny t. - 19 Kommentare

Am kommenden Freitag wird in Edinburgh, auf der Royal Mile, in unmittelbarer Nachbarschaft von St. Giles’ Cathedral und der City Chamber eine Statue von Adam Smith aufgestellt werden. (If any reader is around in Edinburgh, just drop me a line. I will be there.)

Adam Smith, der Autor von Wealth of the Nations wird in unmittelbarer Blickweite von David Hume ueber dem alten Markt von Edinburgh stehen und in Richtung des alten Handelshafen von Leith blicken. Obwohl Smith, in Kirkcaldy, gegenueber Edinburgh auf der anderen Seite des Forth, geboren wurde und in Edinburgh begraben liegt, ist die Statue die weltweit erste, die zu Ehren des Oekonomen aufgestellt wird. Fuer die Kosten kommt selbstredend die Unsichtbare Hand und nicht der Taxpayer auf.

Wie ist das eigentlich in Deutschland? Wem wird dort oeffentlich gedacht? Wo stehen die Statuen zu Ehren von v. Hayek oder Ludwig Erhard? Ich fuerchte, ich kenne die Antwort, fuehrt doch selbst die Liberale Stiftung fuer die Freiheit Kalle Marx im Briefkopf.

The Capitalist Dream

25.03.2008 22:30 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 5 Kommentare

Das Ziel des Arbeiters ist es, kein Arbeiter mehr zu sein. Dies ist das grösste Missverständnis der Kommunisten

So die späte Erkenntnis von Joschka Fischers Lieblingskoch Klaus Trebes (sein Restaurant ist übrigens allererste Empfehlung!) heute im ZDF.

Das grösste Missverständnis der Kommunisten, ebenso wie all der anderen links-, rechts- und sonstwie extremen Weltverbesserer, die den Frust über ihren fehlenden proletarischen Stammbaum ins gerade angesagte revolutionäre Subjekt projizieren.

Dafür eine - zutiefst humanistische, weil für alle reichtumsfördernde - Dynamik, die dem vielgescholtenen, tausendmal totgesagten Kapitalismus innewohnt: Arbeiter, die weder von “den Kapitalisten” noch von “dem Staat” befreit werden, sondern schlicht ungehindert und aus eigener Kraft ihre Lebensumstände verändern wollen.

The Capitalist Dream.