Die Quanten-Physik der Krise
Selbst organisierte Systeme funktionieren eigentlich ganz simpel: Jeder hält sich an einen überschaubar niedrigen Satz simpler Regeln, Keiner hat den vollständigen Überblick, aber unter den richtigen Bedingungen passiert etwas sinnvolles. Jedenfalls kann es von außen so aussehen – die Frage nach Sinn oder Unsinn zu stellen, ist an dieser Stelle einfach nicht sinnvoll sondern nur ein Artefakt unserer Interpretation. [...] So ähnlich kann man sich Kapitalismus vorstellen: Kein Akteur hat den vollständigen Überblick über das System, alle verfolgen die selben Regeln und am Schluss wird irgendwie zwischen Angebot und Nachfrage vermittelt. Bis jetzt jedenfalls.
[...] Wenn man einzelne Parameter ändert, ändert sich das Verhalten des gesamten Systems. Und niemand kann sagen, in welche Richtung. Vielleicht sollten wir nochmal drüber nachdenken, ob wir das wirklich wollen.
Der Physiker Wolfgang Stieler im Technology Review Blog: Krise? Welche Krise?.
Interessant auch der Verweis dort auf einen Beitrag von Bryant Urstadt zu den “Quants” genannten Handelsalgorithmen, die (mit)verantwortlich gemacht werden für die Disproportionen, die zur derzeitigen Krise geführt haben. Dazu würde mich einmal die Meinung der Finanzfachleute unter unseren Lesern interessieren.