Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:

Ausgewählte Tag-Kategorie: Kritischer Rationalismus

Lancet, Schmancet

10.01.2008 16:51 - Statler & Waldorf by Statler - 13 Kommentare

Niemand wird mich dabei erwischen, wie ich “nur 151.000 tote Iraker” schreibe. Aber 151.000 und 650.000, das ist halt doch ein Unterschied auf den man mal hinweisen kann. Ich kann mich noch gut an die Prügel erinnern, die ich kassiert habe, als ich seinerzeit die Lancet-Studie scharf kritisiert hatte.

Der grosse Wünschelrutentest

12.10.2007 19:22 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 6 Kommentare

TV-Tipp: Die Bamberger Skeptiker mit ihrem Mitstreiter Michael Link am kommenden Sonntag 14.10., 19.00 Uhr on Air auf RTL II.

Aus der Pressemitteilung:

Wünschelrutengänger können angeblich Wasseradern, Gold, Kohle, Erdöl, Mineralien und sogar verborgene Schätze aufspüren. Werden sie fündig, schlägt die Wünschelrute intensiv aus, weil sie die esoterische Strahlung wahrnimmt. Eine Methode, mit der hierzulande schon im 16. Jahrhundert versucht wurde, Erze zu finden, die aber auch schon im alten Rom und in Ägypten angewandt wurde. Bislang schlugen jedoch alle Versuche, die von Wünschelrutengängern behaupteten Fähigkeiten in einem wissenschaftlich anerkannten Versuch nachzuweisen, fehl.
Gemeinsam mit der Gesellschaft zur Untersuchung paranormaler Phänomene (GWUP) macht “Welt der Wunder” den Test: Wenn ein Wünschelrutengänger beweisen kann, dass er tatsächlich Wasser aufspüren kann, bekommt er eine Million Euro! Diese Summe hat der amerikanische Skeptiker James Randi ausgelobt, falls ihm diese paranormalen Fähigkeiten nachgewiesen werden. Und diesen Test gilt es zu bestehen: In einem Raum stehen 10 umgedrehte Eimer. Unter dreien davon ein Glas Wasser. Wenn ein Rutengänger alle drei Gläser aufspürt, winkt ihm das Preisgeld! Wird einer der Wünschelrutengänger aus dem “Welt der Wunder”-Test als Millionär hervorgehen können?

Los Leute, Kameraden, Genossen, strengt euch an! (notfalls trickst ein wenig oder erzählt einfach Scheisse). Algore hat’s ja auch geschafft!

Wolfgang Schäuble, Prophet

Herr Schäuble (siehe Ecke rechts oben) ist Bundesinnenminister der Bundesrepublik Deutschland. Der Mann sagt in letzter Zeit Sätze, die den Blutdruck vieler seiner Zuhörer in die Höhe treiben.

Dabei wird die Genialität des Bundesinnenministers der Federal Republik of Germany in seiner Heimat und auch in weiten Teilen der übrigen kontinentaleuropäischen Bevölkerung unterschätzt. Oder einfach nicht erkannt.

Zur Definition: Genial ist jemand, dem es gelingt, einen Jahrhundertsatz zu formulieren, einen Satz also, der das Lebensgefühl eines ganzen Zeitalters auf den Punkt bringt. Wobei Herr Schäuble, ich muss auch das neidlos anerkennen, seiner Zeit um etwa zehn Jahre voraus ist. So ab 2017 wird sein Satz zum Allgemeingut werden.

Herrn Schäubles Satz geht so:

Es hat keinen Zweck, dass wir uns die verbleibende Zeit auch noch verderben, weil wir uns vorher schon in eine Weltuntergangsstimmung versetzen.

Dieser Satz bringt das sich in Umrissen bereits abzeichnende neue Lebensgefühl auf den Punkt. Stark ist der Kern seiner Aussage, dieses “die verbleibende Zeit”.

Butter bei die Fische

07.09.2007 18:19 - Statler & Waldorf by Statler - 9 Kommentare

Der Meisterdenker im Kindergarten findet es, wie es scheint, undenkbar — oder jedenfalls amüsant — daß Holismus und Dialektik in einer philosophischen Schule gemeinsam auftreten könnten. Nun, schauen wir mal:

Was ist Holismus? Halten wir uns an die Standarddefinition:

Mit “Holismus” bezeichnet man die Annahme , daß ein Element (ein sprachliches Zeichen, ein Organ, ein Mensch) das, was es ist, nur aufgrund seines Zusammenhangs mit anderen Elementen in einem gemeinsamen Ganzen ist (einem Zeichensystem, einem Organismus, einer sozialen Struktur).

Den adornischen Untergangspropheten in allen Weblogs

05.09.2007 20:41 - Statler & Waldorf by Statler - 19 Kommentare

Die letzteren [die Utopien, s.] sind nicht selten mit einer radikalen Negation der bestehenden Ordnung und mit einem geschichts-theologischen Katastrophendenken verbunden, die als einzigen Weg für die Verbesserung der gesellschaftlichen Verhältnisse den radikalen Umsturz ins Auge faßt. Soweit in den Ideologien, die zur Legitimation radikaler und revolutionärer Strömungen auf utopischer Grundlage dienen, unter dem Einfluß der Säkularisierung der einstmals kosmische Sinnzusammenhang auf einen Sinn der Geschichte reduziert wurde, sind dadurch Lehren entstanden, die nicht weniger autoritär und dogmatisch strukturiert sind als die der alten politischen Theologie. Sie sind nur säkularisierte Formen der gleichen Denkweise, in denen in denen Rechtfertigung und Offenbarung miteinander verbunden sind. Die Rechtfertigung dient allerdings nicht der bestehenden Ordnung, sondern ihrem Umsturz, sie hat also zunächst negativen Charakter. Die Dominanz des utopischen Elements und dem damit verbunden Katastrophendenken entspricht eine totale Kritik, die im Namen einer in bezug auf Details notwendigerweise ziemlich unbestimmten Utopie die bestehenden Verhältnisse radikal und pauschal verdammt, ohne sich auf rationale Alternativenanalysen einzulassen.

Hans Albert, Traktat über kritische Vernunft, Tübingen (Mohr Siebeck) 1991, S. 194.

und

Und sowohl der Historizist als auch der Utopist scheinen durch das Erlebnis einer sich verändernden sozialen Umwelt beeindruckt und manchmal tief verstört zu sein. [...] Deshalb versuchen beide, diesen gesellschaftlichen Wandel zu rationalisieren, die eine Richtung, indem sie den Verlauf der gesellschaftlichen Entwicklung prophezeit, und die andere, indem sie verlangt, der soziale Wandel solle streng und vollständig gelenkt und kontrolliert werden, oder sogar, man solle ihn überhaupt aufhalten. Die Lenkung müßte vollständig sein; denn auf jedem Gebiet des gesellschaftlichen Lebens, das nicht auf diese Weise beherrscht wird, können die gefährlichen Kräfte lauern, die unvorhergesehende Umwälzungen herbeiführen. [...] Meiner persönlichen Auffassung nach kann man mit recht guten Gründen behaupten, daß die holistische Denkweise [...] keineswegs ein hohes Niveau oder Spätstadium in der Entwicklung des Denkens darstellt, sondern für ein vorwissenschaftliches Stadium charakteristisch ist.

Karl R. Popper, Das Elend des Historizismus, Tübingen (Mohr Siebeck) 1965, S. 59f.