Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet, denn mechanism design ist eigentlich ein Thema, das seinen Aufmerksamkeitshöhepunkt eigentlich seit etwa zehn Jahren hinter sich hat. Nebenbei: Welcher Journalist schreibt eigentlich gerade bei welchem ab? Überall wird in deutschen Medien aus mechanism design gerade die “mechanische Design”-Theorie, was natürlich Quark ist. Es geht bei diesen Arbeiten vielmehr um das effiziente Design von Anreizmechanismen, beispielsweise um Leute dazu zu bringen, ihre wahre Zahlungsbereitschaft von öffentlichen Gütern zu offenbaren und sich nicht als Trittbrettfahrer zu verhalten. Oder um die Frage, welche Arbeitsverträge man einem Bewerber zur Auswahl geben sollte, damit dieser durch die Wahl eines dieser Verträge signalisiert, ob er sich selbst für eher produktiv oder eher weniger produktiv hält.
Das sind alles Fragen, die sehr schnell sehr kompliziert werden, wenn man alles bedenkt, was es da zu bedenken gibt. Insofern: Kein Zweifel daran, daß Maskin, Hurwicz und Myerson den Preis verdient haben, denn sie betreiben Theorie am Rande des Nervenzusammenbruchs — jedenfalls für den normalsterblichen Leser. Ein wenig tragisch ist wohl, daß ein Nobelpreis für mechanism design vier Jahre zu spät kommt, denn Jean-Jacques Laffont hätte zweifellos zum Kreis der Preisträger gehören müssen, wenn er noch leben würde.
Update: Man kann es natürlich auch so einfach erklären, daß sogar Oma es versteht.